Kriminalitätsopfer und deren Familien müssen notwendige Hilfe und Unterstützung erhalten, um die Folgen von Straftaten zu verarbeiten. Hierbei stehen die Erweiterung von Hilfsangeboten, die Schaffung und Stärkung von Therapieperspektiven, das Angebot von Zufluchtsmöglichkeiten und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Nicht jeder, der Hilfe benötigt, bekommt diese auch wirklich. Das zu verändern, ist unser Ansporn. Opfer von Straftaten und auch deren mitbetroffene Angehörige, Menschen in persönlichen und finanziellen Krisensituationen, verursacht durch strafbare Handlungen Anderer, finden bei uns ebenso Hilfe, wie Menschen, die Lebensereignisse wie Arbeitslosigkeit, Trennung, Verschuldung und Trauer in eine persönliche und/oder soziale Krise gebracht haben.
Konsequenzen einer Lebenskrise, in einer erschreckend hohen Zahl verursacht dadurch, dass Menschen durch andere Personen geschädigt wurden, sind oft Perspektiv- und Wohnungslosigkeit, finanzieller Ruin und ein emotionaler Totalschaden. Opfer von Straftaten, die sich ohnehin in einer mehr oder weniger intensiven Lebenskrise befinden, werden oftmals aus den unterschiedlichsten Gründen noch ein zweites und drittes Mal zum Opfer: Opfer der Bürokratie, der Justiz, der Vorurteile anderer und der unterlassenen Hilfeleistung.
Unser dringender Appell an Betroffene: Holt euch Hilfe und Unterstützung so früh wie möglich. Egal wann – es ist niemals zu spät. Wir finden Lösungen in jeder Lebenslage, in jeder noch so ausweglos scheinenden Situation. Ein breit strukturiertes Netzwerk steht zur Verfügung. Traut euch! Unabhängig von Herkunft, Religion, Weltanschauung, persönlicher Situation, finanziellen Verhältnissen oder Geschlecht hilft Krisensorge zu jedem Zeitpunkt.
Kriminalitätsopfern helfen wir unabhängig davon ob ihnen physische oder psychische Gewalt angetan wurde, ein Taschendiebstahl den Verlust persönlicher Dokumente und Bargeld bedeutete, ein ganzes Haus verwüstet wurde oder jemand sexuelle Gewalt erleben musste, es sich um Stalking, üble Nachrede und Diskreditierung handelt, Betrüger das Leben auf den Kopf stellten und die wirtschaftliche Existenz vernichteten, ob die Straftat verjährt ist oder nicht, das Opfer Anzeige erstatten möchte oder nicht.
Es gibt keine Fristen, Termine oder kleinkarierte Bürokratie. KRISENSORGE bedeutet kreative Opferhilfe, bei der Menschlichkeit im Mittelpunkt steht.
Wir vermitteln Schutzwohnungen, Obdach, Ruhezonen und Beratung. Für maximalen Opferschutz können wir als Projektkoordinator weder Namen noch Orte aller Gewaltschutzunterkünfte nennen. Vielen Opfern wird geraten, die ersten Nächte nach der Tat nicht allein, sondern in einem Hotel, bei FreundInnen oder Angehörigen zu verbringen. Bei schwerwiegenden Einbruchsdelikten bleibt oft keine Wahl. Das Leben am Tatort wird unmöglich. Die unmittelbar nach der Straftat besonders akuten psychischen Symptome müssen bewältigt werden, schnellstmögliche Normalität ist das Ziel und nicht zuletzt wegen der Erfahrung, dass TäterInnen es mitunter nicht bei einer Tat belassen.
Nun können sich viele einen Hotelaufenthalt gar nicht leisten, wollen FreundInnen oder Angehörigen nicht zur Last fallen oder haben keine vertrauten Menschen im persönlichen Umkreis. Betroffene fühlen sich hilflos, beschmutzt und allein. Unser Verein fühlt sich verpflichtet, jedem Opfer einer Straftat, unabhängig von der Schwere des Deliktes, zu helfen und zur Seite zu stehen. Jede Tat ist so individuell wie die Folgeschäden für das Opfer. Deshalb können wir an dieser Stelle nicht alle Hilfsmöglichkeiten aufzeigen. Was wir tun, muss das Richtige sein – deshalb entscheiden wir gemeinsam mit dem Opfer, was und wer am meisten helfen kann.
Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik des BKA für das Jahr 2019 wurde im März 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Statistik, die Aufmerksamkeit in alle Richtungen benötigt. Sie ist nicht nur ein Indiz für eine wachsende Verrohung der Gesellschaft, sondern Fakt. Jeder ist aufgefordert, der zunehmenden Verrohung und jeder Form von Hass und Gewalt entschieden entgegenzutreten, überall! Auch im Internet.
5,40 Millionen begangene Straftaten 2019, ≈ 2,02 Millionen Tatverdächtige wurden ermittelt (Aufklärungsquote: ≈ 57,5 Prozent)
181.054 Gewaltkriminalität (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, schwere Körperverletzung, u.a.) 386.517 Körperverletzungsdelikte
28 Monate durchschnittliches Martyrium für Stalking- und Gewaltopfer ab Zeitpunkt der Tat bis zur Aufarbeitung
Mehr als 5,43 Millionen Straftaten wurden 2019 in Deutschland registriert und die Aufklärungsquote ist gegenüber 2018 um 1,6 Prozent gesunken. 57,5 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden, wobei dieser Wert gegenüber dem Niveau des Vorjahres leicht gesunken ist. (Quelle aller Zahlen aus der Statistik: BMI Bund aus der Innenministerkonferenz in Thüringen 2020)
Die Dunkelziffer allein bei den Stalking-Opfern wird in Deutschland auf 600.000 bis 800.000 Betroffene geschätzt. Viele scheuen sich aus Angst vor weiteren Attacken, der Sorge, dass die Ermittlungen ohnehin eingestellt werden oder den enormen physischen und psychischen Belastungen, Strafanzeige zu erstatten.
Fast 20% der Menschen in Deutschland werden mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Stalking, obsessiver Verfolgung und Belästigung, Mobbing, Rufmord oder Bullying. Stalking stellt in Deutschland ein erhebliches und ernst zu nehmendes Problem dar. Es mangelt an professioneller Betreuung der Opfer, angefangen von psychologischer über juristischer bis hin zu finanzieller Unterstützung. Selbst Ärzte sind noch immer nur sehr vereinzelt und unzureichend mit der Thematik vertraut.
- Mehr als 80% der Stalkingopfer sind Frauen. Das bedeutet, dass fast 20 % der Stalkingopfer Männer sind.
- Die Stalkingdauer liegt bei über 2 Jahren, im Durchschnitt bei 28 Monaten.
- Der häufigste Tatort ist das Internet.
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KRIMINALPRÄVENTION
KRISENSORGE versteht sich auch als starkes präventives Netzwerk gegen Verbrechen: Um Straftaten möglichst schon im Vorfeld zu verhindern, arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen. So werden besondere Informationsmaterialien zur öffentlichkeitswirksamen Aufklärung bereitgestellt. Hilfesuchende werden an erfahrene und kompetente AnsprechpartnerInnen verwiesen. Menschen sollen lernen, frühzeitig Gefahren zu erkennen und sich zu schützen. Dabei ist Fingerspitzengefühl und Kreativität gefragt. Nicht jeder kann sich die Allround-Sicherheitsanlage für hunderte oder tausende Euro leisten. Oft helfen ganz einfache Mittel und bringen effektiven Schutz. Auch das ist Prävention.
Personen mit Neigung zu aggressiven Reaktionen, mit Gewaltphantasien oder sexuellen Störungen sollen frühestmöglich erkennen, dass sie Hilfe benötigen und diese rechtzeitig erhalten, bevor sie überhaupt kriminelle Handlungen zum Schaden anderer Menschen begehen. Davon profitieren letztendlich alle: Weniger Straftaten bedeutet weniger Opfer, weniger Opfer bedeutet weniger Leid. Die durch Straftäter verursachten Schäden beginnen bei den unmittelbar Geschädigten und ziehen sich wie der rote Faden durch den gesamten Kreislauf aus Justiz, Medizin, Wirtschaft und Alltag. Eine Bezifferung ist hier schon wegen des hohen emotionalen Schadens nicht möglich. Bei Bedarf vermitteln wir auch kompetente JuristInnen mit den Schwerpunkten Familien-, Sozial-, und Strafrecht.